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HOAI.de - Forum : Anwendungsbereich der HOAI : Fortschreibung der Ausführungsplanung bei fremder BOL
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Beitrag von Nachricht
kleinsteff
Level: Sr. Member
Beiträge: 86
Registriert seit: 16.09.2015
IP: Logged
icon Fortschreibung der Ausführungsplanung bei fremder BOL

Hallo Wissende,

wir sind mit der LP 3-7 einer Verkehrsanlage beauftragt. Der kommunale Auftraggeber möchte die LP 8 sowie die örtliche Bauüberwachung selbst ausführen. Es ist nicht vorgesehen, uns auch hiermit zu beauftragen.

Der Baugrund besteht aus nicht homogenen, unterschiedlichen Auffüllmaterial aus einer großen Kanalbaustelle. Vor Baubeginn sind alte Leitungen, für die es keine Bestandspläne gibt, zu suchen und auszubauen.
Wären wir mit der LP 8+örtlichen Bauüberwachung beauftragt, wäre die Fortschreibung der Ausführungsplanung aus meiner Sicht nichts anderes, als vor Ort auf die neuen Begebenheiten, die der Baugrund mit sich bringen wird, einzugehen, entsprechende Anordnungen zu erteilen, ggflls. in die Planung einzutragen und dafür dann entsprechend zu haften. Ich gehe davon aus, dass hier viel vor Ort entschieden werden muss.

Nun erstellen wir also nach aktuellen Stand der Baugrunderkundung eine möglichst detaillierte Ausführungsplanung sowie ein Leistungsverzeichnis.
Inwiefern darf ich mir die "Fortschreibung der Ausführungsplanung" in einer solchen Konstellation vorstellen? Wie soll das rein HOAI-technisch vonstatten gehen? Sind wir zu Baustellenbesuchen verpflichtet?
Inwiefern können sich Interpreation der Ausführungsplanung bzw. Anordnungen der (fremden) BOL vor Ort nachteilig für uns auswirken?

Vielen Dank im Voraus!
S. Klein

24.03.2016 at 08:02 Uhr
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fdoell
Level: Moderator
Beiträge: 1795
Registriert seit: 10.01.2003
IP: Logged
icon Re: Fortschreibung der Ausführungsplanung bei fremder BOL

Nun, wenn Sie ab Lph. 3 tätig sind, die Frage: was wurde in Lph. 1 oder 2 als Besondere Leistung zur technischen Bestandserkundung (Bodenuntersuchung) durchgeführt und wie wurde in der Vorplanung mit den Unsicherheiten konzeptionell umgegangen? Ihre Entwurfs- und Ausführungsplanung kann sich ja nur auf das stützen, was vorliegt.

Wenn man während der Bauausführung - wir reden hier ja vom "Bauen im Bestand" - neue Erkenntnisse über den Untergrund gewinnt, steigt man gedanklich wieder in die Besondere Leistung der Lph. 1. Die konzeptionelle Planung (Vorplanung) des Umgangs mit dem Vorgefundenen ist eigentlich genau so extern zu wiederholen wie bislang. Ab Lph. 3 müssen Sie ggf. Leistungen (Zeichnungen, Berechnungen, Kostenermittlungen, Ausschreibungen) ändern. Dafür gilt grundsätzlich § 10 (1) HOAI, wonach Sie sich mit dem AG über das dafür benötigte Änderungshonorar zu einigen haben.

Wie ist das nun mit dem Fortschreiben der Ausführungsplanung während der Bauausführung als Grundleistung? Die gibt es in dieser Formulierung in der HOAI 2013 für Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen nicht mehr; stattdessen ist als Grundleistung dort die Vervollständigung der Ausführungsplanung während der Bauausführung genannt. Hintergrund ist, das in der Vergangenheit viele Auftraggeber die HOAI-Formulierung missbrauchten, um Änderungen des Entwurfs in der Ausführungsplanung ohne zusätzliche Vergütung zu verlangen.

Dem ist nun ein Riegel vorgeschoben. Die Vervollständigung als Grundleistung stellt klar: wenn ein ausführendes Unternehmen ein Detail benötigt, um die ausgeschriebene Leistung fachlich richtig ausführen zu können, ist dieses Detail nachzuliefern - bei unverändertem Entwurfsprogramm. Wird der Entwurf aufgrund neuer Erkenntnisse geändert, ist dies nicht mehr Grundleistung, siehe oben.

Grundsätzlich ist es Bauherrenentscheidung, ob er bei unsicheren Baugrundkenntnissen eher wenig erkundet und viel vor Ort entscheidet oder umgekehrt. In Lph. 7 sollten Sie aber für alle möglicherweise vorkommenden Baustoffgemenge und evtl. Schadstoffbelastungen entsprechende Einheitspreise abfragen, dann kann man zumindest die Entsorgung nach Tonnagen bei bekannten Einheitspreisen abrechnen.

Was also ist aus Ihrer Sicht noch variabel? Die genauen Aushubgrenzen und die Zuordnung des Materials zu bestimmten LV-Positionen kann die Bauüberwachung definieren und dafür dann entsprechende Aufmaße fertigen. Werden Pläne benötigt, aus denen die Aushubgrenzen ersichtlich werden, ist dies ohnehin besondere Leistung. Gleiches gilt für schadstofftechnische Analysen, Beweissicherungsproben und Abschlussdokumentationen.

Baustellenbesuche sind da zunächst nicht geschuldet; wenn ein ergänzendes Detail benötigt wird, sollte das die Bauüberwachung in einem Plan vermerken können und die benötigte Detailtiefe angeben.

Für das, was auf der Baustelle passiert, sind Sie grundsätzlich erst mal nicht verantwortlich. Sie dürfen sicher von einer verständigen Bauüberwachung ausgehen, die dafür sorgt, dass Unklarheiten mit Ihnen abgestimmt werden. Zu empfehlen ist allerdings ein Vermerk in allen Plänen, von welchen Bodenvoraussetzungen die Umsetzung der Planung abhängig ist, bzw. welcher Bodenaustausch oder welche Maßnahme unter welchen Umständen zwingend ist.

____________________________
Herzliche Grüße
Friedhelm Doell
Beratender Ingenieur
HOAI-Sachverständiger
www.doellconsult.de

24.03.2016 at 12:05 Uhr
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kleinsteff
Level: Sr. Member
Beiträge: 86
Registriert seit: 16.09.2015
IP: Logged
icon Re: Fortschreibung der Ausführungsplanung bei fremder BOL

Danke für Ihre Ratschläge, Herr Doell!
Das hat mir sehr geholfen.

Meine Bedenken gehen dahin, dass ich fürchte, dass vor Ort diverese Änderungen durch die BOL in Absprache mit dem AN vorgenommen werden. Führt dies zu Mehrkosten, wäre es relativ einfach, den Fehler erstmal bei der LP 5-7 zu suchen, statt zu hinterfragen, ob in der BOL alles richtig entschieden wurde.
Ich geb' das sehr ungern aus der Hand...

24.03.2016 at 12:22 Uhr
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