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Vom Modehaus zum Sportzentrum: 35 Millionen Euro Umbau im Skyline Plaza

Vom Modehaus zum Sportzentrum


Einmal alle zehn Jahre, sagt Center-Manager Olaf Kindt, brauche ein Einkaufszentrum eine grundlegende Neuausrichtung. Beim Skyline Plaza in Frankfurt ist es jetzt so weit. Seit Frühjahr 2026 laufen die Umbauarbeiten, die bis zum 24. September 2027 abgeschlossen sein sollen. Die Eigentümer ECE Group und Allianz/PIMCO investieren dafür mehr als 35 Millionen Euro.
Der Anlass ist struktureller Natur: Der klassische Einzelhandel schrumpft, kleinere Boutiquen verschwinden, der Schuhhandel ist kaum noch präsent. Was bleibt, sind größere Flächen, die von erfolgreichen Mietern zusammengelegt und neu bespielt werden. Statt einst rund 170 Einheiten wird das Center nach dem Umbau noch etwa 140 Mieter beherbergen, davon 90 Einzelhändler, 40 Gastronomen und zehn Anbieter aus den Bereichen Sport und Entertainment.

Sport als Frequenzbringer

 

Der strategische Schwerpunkt des Umbaus liegt auf dem Dach. Dort entstehen vier Padel-Plätze, die das Skyline Plaza nach Angaben des Managements zum ersten Einkaufszentrum in Deutschland machen würden, das diese Sportart anbietet. Padel, eine Mischung aus Tennis und Squash, erfreut sich in Europa wachsender Beliebtheit und gilt als ideales Angebot für urbane Zielgruppen. Für den Zugang wird ein eigener Expressaufzug gebaut, der Besucher direkt vom Einkaufszentrum auf das Dach bringt, ohne Zwischenhalt über vier Stockwerke.
Bereits seit der Eröffnung 2013 verfügt das Skyline Plaza über ein Fitnessstudio mit Sauna und kreisrundem Schwimmbad auf dem Dach sowie einem eigenen Eingang vom Parkhaus aus. Die Erweiterung um Padel, Mini-Golf, Billard und einen Golf-Simulator fügt sich in diese Linie ein und verstärkt den Charakter des Centers als Freizeitdestination.

 

Umbau im laufenden Betrieb

 

Für Architekten und Bauplaner ist der Ablauf des Umbaus besonders aufschlussreich: Die Arbeiten finden überwiegend nachts statt, tagsüber verschwinden Baumaterial und Werkzeug in ehemaligen Ladengeschäften. 21 bedruckte Wände überbrücken die entstehenden Lücken im Schaufensterbereich optisch. Einzelne Bereiche sind zeitweise abgesperrt, einige Mieter haben geschlossen oder sind innerhalb des Centers umgezogen. Der laufende Betrieb bleibt dabei weitgehend aufrechterhalten.
Auch die Toilettenanlagen werden im Zuge des Umbaus verlegt: vom zweiten ins erste Obergeschoss, näher an der Gastronomie. Solche scheinbar kleinen Eingriffe haben in Einkaufszentren dieser Größe erhebliche Auswirkungen auf Besucherströme und Aufenthaltsqualität.

Ein Modell für den Strukturwandel

Das Skyline Plaza steht exemplarisch für eine Entwicklung, die viele Einkaufszentren in deutschen Großstädten betrifft. Der Trend geht weg vom reinen Shoppingerlebnis hin zu Orten, die Einkaufen, Gastronomie, Sport und Unterhaltung verbinden. Für Betreiber bedeutet das: mehr Fläche für Erlebnis, weniger für Ware. Für Architekten und Planer bedeutet es: Umbauten im Bestand, die funktionale Neuordnung von Grundrissen und die Integration von Nutzungen, die vor zehn Jahren in einem Einkaufszentrum noch undenkbar gewesen wären.
Das Skyline Plaza liegt im Europaviertel, einem der jüngsten Stadtquartiere Frankfurts. Mit täglich rund 26.000 Besuchern ist das Center gut frequentiert. Nach dem Umbau, so die Erwartung des Managements, könnte diese Zahl um weitere zehn Prozent steigen.

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