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Tegel plant Zukunft für seinen historischen Festsaal

Außenansicht Festsaal Tegel
© Copyright: Janiesch Architektur

Es gibt Gebäude, die verschwinden nicht, sie warten nur. Der historische Festsaal an der Buddestraße in Berlin-Tegel ist so ein Fall. Jahrzehntelang lag der rund 400 Quadratmeter große Saal hinter einer Zwischendecke verborgen, die ein Discounter eingezogen hatte, um seine Verkaufsfläche einzurichten. Dass darunter ein Raum aus der Gründerzeit schlummerte, wussten die wenigsten.


Im März 2024 ließ Eigentümer Hamid Djadda die Zwischendecke entfernen. Was zum Vorschein kam, war ein Saal mit historischer Kassettendecke. Das Landesdenkmalamt wurde hinzugezogen, der Saal unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem läuft die Suche nach einer tragfähigen Zukunft.

Kulturelle Nutzung als Ziel


Die Suche nach einem Nachnutzer war zunächst alles andere als geradlinig. Ein geplantes Boxstudio scheiterte an der Insolvenz des Betreibers. Später standen ein türkischer Supermarkt und Wohncontainer im Raum. Schließlich entschied sich Djadda für eine kulturelle Lösung. Im September 2026 soll der „Tanzsaal Tegel e.V.” gegründet werden. Der Verein soll den Saal als Ort für Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen betreiben, unter der Bedingung, dass die Veranstaltungen mit der Nachbarschaft verträglich bleiben.


Zur Finanzierung ist ein Café an der Fensterfront geplant, das laufende Betriebskosten mitfinanzieren soll. Langfristig strebt Djadda an, den Saal in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen und so dauerhaft zu sichern.

Sanierung als Herausforderung


Für Architekten und Planer ist der Fall vor allem aus bautechnischer Sicht interessant. Die Sanierung des denkmalgeschützten Saals ist aufwendig: Brandschutz, Statik und technische Infrastruktur müssen grundlegend ertüchtigt werden. Die Restaurierung soll schrittweise erfolgen. Als erstes ist die historische Kassettendecke vorgesehen, später die Fenster. Ein vollständiger Zeitplan steht noch nicht fest.


Dass der Saal bereits erste öffentliche Nutzungen erlebt hat, stimmt optimistisch. Die Künstlerin Valeska Peschke nutzte den Raum für ihre Installation „Vulkan”. Im Oktober 2026 soll dort die erste Lesung zu Djaddas neuem Buch „Der Paradieskreis” stattfinden. Aus einem vergessenen Raum könnte so wieder ein lebendiger Ort in Tegel werden, sofern Verein, Finanzierung und Sanierung wie geplant zusammenfinden.

Innenraum Festsaal Tegel
© Copyright: Janiesch Architektur

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